Übersicht der Listen

Insgesamt treten 13 Parteien und Listenverbindungen mit 511 Kandidatinnen und Kandidaten bei der Stadtratswahl in Mannheim an. Die Parteien haben Listen aufgestellt und dabei Kandidatinnen und Kandidaten berücksichtigt, mit denen sie sich möglichst viele Stimmen erhoffen.

Während früher Attribute wie Berufsgruppe oder Religionszugehörigkeit einen wichtigen Stellenwert ausmachten, stehen heute eher die folgenden Kriterien im Vordergrund: jung – alt, Frau – Mann, oder auch der ethnische Hintergrund. Weiterhin versuchen die Parteien möglichst viele Mannheimer Stadtteile abzudecken, um die lokale Verwurzelung auszudrücken und in allen Stadtteilen zu punkten. Ein Blick auf die Listen zeigt, dass dies der einen Partei besser gelingt als der anderen.

Die einzelnen Kandidatinnen und Kandidaten müssen übrigens gar nicht Mitglied der Partei sein, für die sie um Stimmen buhlen. Ein gutes Beispiel ist Ali Bhadakhshan-Rad, der als lokaler Filmemacher auf der Liste der SPD kandidiert, aber gar kein SPD-Parteibuch besitzt (und die Sozialdemokraten haben tatsächlich noch Parteibücher, anders als die anderen Parteien, bei denen es nur einen Mitgliedsausweis gibt).

Andere Parteien setzen auf stadtbekannte Gesichter als Zugpferde. So beispielsweise die CDU, die Martina Herrdegen (vom gleichnamigen Café) oder den Generaldirektor der Reiß-Engelhorn Museen, Alfried Wieczorek, ins Rennen schickt. Obwohl bisher kommunalpolitisch nicht in Erscheinung getreten, schaffte es Herrdegen gleich auf den zweiten Listenplatz.

Im Mannheimer Morgen wurde ausführlich über die Aufstellungen der im Stadtrat vertretenen Parteien berichtet. Dabei wurde seitens der Redakteure auch betont, wenn die Listen-Aufstellung sehr harmonisch lief, wie bei der Mannheimer Liste, oder wenn es Querelen gab, wie beispielsweise bei der AfD. Dabei müssen Kampfkandidaturen nicht zwangsläufig ein Signal dafür sein, dass eine Partei zerstritten ist.

Plätze vorne auf der Liste sind einfach begehrt. Kandidaten versprechen sich von ihnen eine höhere Chance, in den Rat gewählt zu werden. Dabei beweist Roland Weiß von der Mannheimer Liste (ML), dass man auch vom letzten Platz aus sehr wohl den Einzug ins Stadtparlament schaffen kann. Bei der letzten Kommunalwahl trat er auf Listenplatz 48 an und wurde als dritter von vier ML Kandidaten in den Stadtrat gewählt. Auch diesmal geht er wieder vom letzten Platz aus ins Rennen.

Ich habe den Versuch unternommen, einige der Listen zu kommentieren. Nehmen Sie die Kommentare bitte nicht zu ernst, sondern machen Sie sich ein eigenes Bild darüber, wer Ihre Interessen im Gemeinderat am besten umsetzen wird und wer das Gemeinwohl der Stadt am besten im Auge hat. Nur diese zwei Faktoren sollten Ihre Wahl beeinflussen.

Eine Übersicht der einzelnen Listen bietet der Mannheimer Morgen: https://www.morgenweb.de/dossiers_dossier,-mm-kommunalwahlen-_dossierid,52.html