SPD

Die Liste der SPD hat auf den ersten Blick alles, was es zum Erfolg in einer Großstadt wie Mannheim braucht: Eine Mischung aus jungen und älteren Kandidatinnen und Kandidaten, mit einem guten Mix aus Erfahrung und Engagement. Der Altersdurchschnitt hat sich im Vergleich zum letzten Mal gesenkt. Das liegt auch daran, dass die einstige Stimmenkönigin Marianne Bade nicht mehr kandidiert. Aber auch daran, dass die Mannheimer Jusos frühzeitig ihren Anspruch auf aussichtsreiche und zahlenmäßig viele Listenplätze angemeldet hatten und diesen auch durchsetzten.

So startet Isabel Cademartori prominent auf Listenplatz vier. Vor fünf Jahren startete sie noch von Platz 22 und kam mit Platz 37 über die Ziellinie. Weiterhin verfügen viele Kandidatinnen und Kandidaten über Migrationshintergrund oder –historie, um bei den zahlreichen zugezogenen Mannheimern zu punkten. Mit der Unternehmerin Naciye Baklan (Platz 8) und dem Filmemacher Ali Badakhshan Rad (Platz 17) wurde die Liste intelligent erweitert.

Dennoch könnte der SPD bei den Wahlen ein weiterer Rückschlag bevorstehen. Seit 25 Jahren kennt die SPD in Mannheim bei Kommunalwahlen nur eine Richtung: nach unten. Während es vor fünf Jahren mit nur noch 27 Prozent dennoch zu Platz eins reichte, liefern sich Christ- und Sozialdemokraten aktuell ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz zwei hinter den Grünen. Da ist zum Einen der Bundestrend, der den Sozialdemokraten nicht in die Hände spielt.

Zum anderen kommen lokal eigene Probleme hinzu. Die Artikel und die Diskussionen rund um die Geschehnisse auf den Konversionsflächen Turley und Sullivan haben geschadet. Führende Sozialdemokraten reagierten dünnhäutig auf die Berichterstattung im Mannheimer Morgen. Kein Wunder, ist Spitzenkandidat Ralf Eisenhauer doch bei der städtischen Vermarktungsgesellschaft MWSP beschäftigt.

Minuspunkte beim Wähler wurden auch durch das frühe Aufhängen von Plakaten gesammelt, die als erlaubte Poster mit politischen Aussagen / Themenplakate getarnt waren, faktisch jedoch ein frühes Einläuten des Wahlkampfes bedeuteten. Nicht nur dem Wähler erschloss sich ein glaubhafter Unterschied nicht.

Die Aktivitäten der Sozialdemokraten sind schwerpunktmäßig auf den Mannheimer Norden fokussiert, der einstigen Herzkammer der baden-württembergischen Sozialdemokratie. Bei den letzten Landtagswahlen hatte hier die AfD das Mandat errungen. Durch so genannte „Tür zu Tür“ Aktion sollen Wähler mobilisiert werden, um nicht weiter an Boden zu verlieren. In der Oststadt, Neuostheim, Neuhermsheim hingegen ist laut Website keine einzige dieser Veranstaltungen geplant.

Nach außen treten die Sozialdemokraten geschlossen auf. Plakate wie bei den Christdemokraten, bei denen zahlreiche Bewerber gezielt um drei Stimmen für sich bitten, sind hier Fehlanzeige. Zudem scheint für den Kommunalwahlkampf eigens eine Kampagnen-Seite entworfen worden zu sein, die sich spürbar von der Unterbezirksseite abhebt.

https://spd-ma.zusammenhandeln.org/uber_uns_b