Martina Herrdegen | CDU

 Frau Herrdegen, haben Sie eigentlich keine Lust mehr Torten zu verkaufen?

Wie kommen Sie darauf? Ganz im Gegenteil, das macht mir immer noch sehr viel Freude.

Da Sie sich auf Listenplatz zwei für die CDU in den Kommunalwahlkampf stürzen.

Ich führe das Geschäft sehr gerne mit meiner Schwester, und werde dies auch mit ihr zusammen fortführen. Sie sehen ja auch heute, wie gut das Angebot angenommen wird und es wäre doch schade, wenn wir das nicht mehr machen würden.

Vorne auf der Theke habe ich an prominenter Stelle Flyer von Ihnen als Ratskandidatin gesehen. Wie reagieren die Kunden darauf?

Es wird in der Tat wahrgenommen und einige Gäste sprechen mich darauf an. Der Kontakt im Café ist sehr direkt. Man kennt sich, man kommt ins Gespräch, man hört dies und das, war bei uns schon immer so. Etliche Kunden finden es gut, dass ich kandidiere. Das motiviert und bestärkt mich natürlich.

Hatte Ihre Kandidatur negative Auswirkungen?

Meines Wissens bisher nicht. Ich erlebe vielmehr positiv, dass man mich auf politische Themen anspricht, bei denen man gehört werden möchte. Es sind viele Fragen, die die Menschen direkt in Ihrem Leben betreffen. Aber unser Café war auch schon früher ein offener und kommunikativer Ort.

Wie kam es eigentlich zur Kandidatur?

Ich wurde in einer politischen Diskussion ganz direkt gefragt, ob ich mir das vorstellen könnte, und ich habe ganz direkt ja gesagt.

Herr Löbel musste Sie also nicht lange überzeugen?

Ich lebe hier in Mannheim, bin mittendrin und dann kann man sich auch konstruktiv einbringen.

Sind Sie dann eigentlich erst kurz vor der Nominierung in die CDU eingetreten?

Ich bin seit rund vier Jahren Mitglied der Partei.

Sie stehen an prominenter Stelle auf Platz zwei Ihrer Liste. Damit haben Sie beste Chancen, in den Stadtrat einzuziehen.

Hier hat der Wähler das letzte Wort, aber ich würde mich freuen, wenn es klappt.

Als Quereinsteigerin sind Sie mit Platz zwei sehr prominent platziert. Kam das bei allen Parteifreunden gut an?

Die Liste wurde durch eine Findungskommission des Kreisverbandes ausgearbeitet. Da hatte ich keinen Einfluss darauf. Ich glaube, es versteht jeder, dass man es dabei nicht allen recht machen kann. Die Kommission hat aber hierbei reichlich Erfahrung.

Was bringen Sie für das kommunalpolitische Engagement mit?

Sicherlich Erfahrung mit unterschiedlichen Menschen, Durchsetzungsfähigkeit, und eine gewisse Kommunikationsfähigkeit. Darüber hinaus sind wir seit 5 Generationen, seit über 180 Jahren, hier in Mannheim verankert. Die Familie Herrdegen hatte sich schon immer für die Gemeinschaft eingesetzt. Mein Onkel war beispielsweise Stadtrat gewesen, mir ist das Thema nicht unvertraut. Ich führe mit meiner Schwester ein Unternehmen und weiß daher sehr gut, was Herausforderungen und Verantwortung auch für andere bedeuten.

Und auf welchen Themengebieten werden Sie sich engagieren?

Insbesondere bei den Themen, die mir besonders wichtig sind: Vereinbarkeit von Familie und Beruf, den Mittelstand stärken, die Lebensperspektive mit dem Handwerk für das Handwerk. Das sind die drei Themen, für die ich mich vorrangig einsetze.

Sie sind Unternehmerin und Mutter von Zwillingen.

Ich erfahre tagtäglich, was es heißt, Kinder aufzuziehen, z. B. wenn man keinen Hortplatz, keinen Krippenplatz bekommt usw. Oder wenn man sich einfach nur wünscht, die Zeiten dabei flexibler gestalten zu können.

Welches sind aus Ihrer Sicht die drei größten Herausforderungen für Mannheim in den nächsten fünf Jahren?

Wir haben mehr als drei Herausforderungen, aber alle münden in dem Auftrag das Zusammenleben für alle lebenswert zu gestalten, so dass Mannheim ein attraktiver Wohn-, Arbeits- und Lebensort für alle wird und bleibt.

Um welche Themen geht es Ihnen konkret?

Wie gesagt, die Wohnsituation und die damit einhergehenden finanziellen Herausforderungen, die Arbeitssituationen mit den kaum noch vorhandenen Fachkräften. Die Öffentliche Sauberkeit und Ordnung. Und eine lebendige Innenstadt.

Wie werden Sie sich in den Wahlkampf einbringen?

Natürlich engagiert und einsatzbereit. Ich werde an unseren Ständen vertreten sein und auf Veranstaltungen gehen. Wir hatten hier im Café beispielsweise an einem Abend „Politik im Café“ veranstaltet.

Ein neues Format?

Das kann ich mir gut vorstellen. Die Veranstaltung war sehr gelungen, intensiv, ehrlich und direkt. Vielleicht kann man daraus auch mehr entwickeln und sich regelmäßiger in lockerer Runde austauschen. Das würde mir auch persönlich gefallen. Ich mag einfach den direkten Kontakt mit Menschen. Man erfährt dann recht schnell, wo der Schuh drückt und wo es Probleme gibt.

Werden Sie auch plakatieren gehen?

Plakatieren in Maßen, aber in jedem Fall werde ich Flyer einwerfen.

Werfen Sie bitte den Blick in die Glaskugel: Wie viele Sitze wird die CDU bei der Kommunalwahl holen?

Ich hoffe mal, dass es genau so viele werden wie wir jetzt haben. (Anm. der Redaktion: das wären 13 Sitze). Mehr sind natürlich herzlich willkommen, darüber entscheidet dann am 26. Mai der Wähler.

Steckbrief

CDU

Listenplatz 2

Niederfeld / Neckarau