FDP

Baden-Württemberg ist das Stammland der Liberalen. Was für weite Teile des Landes traditionelle Gültigkeit besitzt, kam in Mannheim so gut wie nie zum Tragen. In den vergangenen 25 Jahren hatte die FDP nur einmal mehr als zwei Sitze im 48 Mitglieder großen Gemeinderat erlangt. Das war 2009. Damals holten die Liberalen acht Prozent der Stimmen, was vier Sitze im Stadtrat bedeutete. Im gleichen Jahr erzielte sie aber auch mit 14,6 Prozent der Zweitstimmen bei der Bundestagswahl ein deutlich besseres Ergebnis. Das spricht auch dafür, dass das Personal lokal nicht überzeugen konnte.

Die Liberalen verfügen über mehrere Hochburgen, in denen sie bei der letzten Gemeinderatswahl jeweils mehr als sechs Prozent der abgegebenen Stimmen auf sich vereinen konnte: dies sind die Innenstadt, Lindenhof und Feudenheim, wo jeweils 6,1 Prozent zu Buche standen. In der Schwetzingerstadt/Oststadt erreichte die Partei sogar 6,7 Prozent.

Der Mannheimer Norden wiederum ist für die FDP ein rotes Pflaster. So stimmten bei der letzten Gemeinderatswahl auf der Schönau nicht mal zwei Prozent der Bewohner für die Liberalen. Auf dem Waldhof (2,5 %), der Neckarstadt West (2,8%) oder Sandhofen (2,9%), blieben die Liberalen jeweils unter drei Prozent. Zu wenig, um stadtweit vorne mitzuspielen.

Die FDP hat in den vergangenen Jahren viel Sachpolitik für Mannheim betrieben und setzt beispielsweise beim Verkehr an einem, insbesondere für Pendler, sensiblen Thema an, das verfangen und Stimmen bringen müsste.

In diesem Jahr treten die Liberalen mit einer Mischung aus alten Hasen und neuen Bewerbern an. So kandidieren in den Top-Ten immerhin zwei Kandidaten unter 30 Jahren. Zudem findet sich hier Wolf Engelen, der sich auf dem Lindenhof einen Namen gemacht hat. Insbesondere dort und entlang des Rheins könnte sich das lokale Engagement gegen die Baum-Fällung für den Hochwasserschutz, das hier engagiert undglaubhaft vorgetragen wird, auszahlen. Dass  die CDU sich das Thema ebenfalls kurzfristig auf die Fahne geschrieben hat spricht dafür, dass es ein Stimmen-bringendes Thema ist.

Die Stimmenkönige der letzten Wahl bildeten die ehemalige Bundestagsabgeordnete Birgit Reinemund und ihr einstiger Büroleiter Volker Beisel. Beide treten bei dieser Wahl als Spitzenkandidaten an. Es bleibt abzuwarten, ob beide auch in diesem Jahr die Top-Ergebnisse einfahren werden. Reinemund, Bundestagsabgeordnete zwischen 2009 und 2013, wurde auch 2016 von ihrer Partei als Kandidatin zur Bundestagswahl nominiert. Da sie in einer parteiinternen Wahl zur Vorsitzenden des Bezirksverbandes einem Wettbewerber unterlag, zog sie ihre Kandidatur zurück, der Kreisvorsitzende Florian Kußmann übernahm kurzfristig. Letzterer begibt sich in diesem Jahr von Listenplatz drei ins Rennen.

Vor fünf Jahren verzeichneten die Liberalen einen Absturz um 3,5 Prozentpunkte. Damit gehörten sie zu den großen Verlierern der Wahl. Auch wenn der Wettbewerb heute dank der Mannheimer Volkspartei und Mittelstand für Mannheim stärker geworden ist und die traditionell lokal aufgestellte, im bürgerlichen Klientel fischende Mannheimer Liste um die gleichen Wähler buhlen, sollten die Liberalen leicht zulegen können.

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